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Aus Squeeze muß Wheezy werden

Ist bei Ihnen noch Debian 6 (Squeeze) im Einsatz?
Am 01. März hat das Debian Long Term Support-Team (LTS-Team) verkündet das, 5 Jahre nach Erscheinen, keine Sicherheitsupdates mehr für Debian 6 Squeeze erscheinen werden.
Deswegen raten wir dringend zum Umstieg auf die nächsthöhere Version Debian 7 Wheezy. Das LTS-Team übernimmt den Support voraussichtlich bis Mai 2018.
Es gibt zwar schon die stabile Version Debian 8 Jessie, nur gibt es dort keinen direkten Upgradepfad, es muss also der "kleine Umweg" über Wheezy genommen werden.

Debian 7 Wheezy ist der offizielle Nachfolger von Debian 6 Squeeze und wurde bereits am 04.05.2013 offiziell als stabile Version freigegeben. Hier gibt es alle Neuerungen zu Debian Wheezy.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Wikipedia und Debian.org

Vorbereitung


Hinweis: Das System auf jeden Fall vor dem Upgradevorgang sichern!

Wenn es eine Virtuelle Maschine ist, am Besten die gesamte VM kopieren oder Snapshot erstellen. Bei dedizierten Systemen zumindest folgende Verzeichnisse: „/etc“, „/var/lib/dpkg“, „/var/lib/apt/extended_states“ und die Liste vom Befehl „dpkg –get-selections“ sichern

Zur Durchführung wird ein Terminal mit root Rechten benötigt.

Derzeit installierte Debian Squeeze Version anzeigen (aktuelle Version sollte 6.0.7 sein):

cat /etc/debian_version
6.0.7

Bevor wir die neuen Wheezy Pakete in Empfang nehmen, werden alle derzeitig installierten Squeeze Pakete auf den neuesten Stand gebracht:

apt-get update
apt-get upgrade
apt-get dist-upgrade

Falls beim Upgrade die Fehlermeldung „The following packages have been kept back“ auftaucht findet ihr hier die Lösung.

1. Die neuen Debian Wheezy Paket-Mirrors eintragen:

Dazu ändern wir die Datei sources.list, die Ihr bei der Standardinstallation unter /etc/apt/ findet.
Diese Datei könnt ihr mit eurem Lieblingseditor bearbeiten. Ich persönlich verwende hier den “vi”.

vi /etc/apt/sources.list

Nun wird einfach überall das Wort „squeeze“ auf „wheezy“ umgeschrieben.
Das Ergebniss sollte dann wie folgt aussehen, je nachdem welche Mirrors und Backports ihr verwendet:

deb http://ftp.at.debian.org/debian/ wheezy main
deb-src http://ftp.at.debian.org/debian/ wheezy main
 
deb http://security.debian.org/ wheezy/updates main
deb-src http://security.debian.org/ wheezy/updates main
 
deb http://ftp.at.debian.org/debian/ wheezy-updates main
deb-src http://ftp.at.debian.org/debian/ wheezy-updates main
2. Debian Wheezy Minimal Upgrade

Die neuen Wheezy Paketlisten downloaden:

apt-get update

Im ersten Schritt wird nur ein minimales Systemupgrade durchgeführt, um Probleme zu vermeiden:

apt-get upgrade
3. Debian Wheezy Kernel Upgrade

Zur Zeit installierte Kernel Version herausfinden:

dpkg -l | grep linux-image

Beispielausgabe:

ii  linux-image-2.6-amd64        2.6.32+29   Linux 2.6 for 64-bit PCs (meta-package)
ii  linux-image-2.6.32-5-amd64   2.6.32-41   Linux 2.6.32 for 64-bit PCs

Das Paket welches im nächsten Schritt verwendet wird ist in dem Fall das Kernel meta-package „linux-image-2.6-amd64“. Bei einer 32 bit Installation kann das Paket auch als „linux-image-2.6.686“, oder ähnlich benennt sein.

Die neue Kernel Version kann nun installiert werden. Wichtig hierbei ist die meta-package linux-image Version zu verwenden, die im vorhergehenden Schritt ausgegeben wurde:

apt-get install linux-image-2.6-amd64

Grub (2) sollte nach dem Kernelupdate eigentlich aktualisiert worden sein. Ich gehe hierbei lieber auf Nummer sicher und führe daher den Update-Grub Befehl manuell aus. Damit sollte die grub.cfg auf jeden Fall am aktuellsten Stand sein:

update-grub
4. Debian Wheezy udev Upgrade

Um Probleme zu vermeiden sollte unmittelbar nach dem Kernel Upgrade die neue udev Version installiert werden.

apt-get install udev
5. Vollständiges Debian Wheezy (dist) Upgrade durchführen

Mit folgendem Befehl wird das eigentliche Upgrade durchgeführt und die restlichen Pakete werden aktualisiert:

apt-get dist-upgrade

Hinweis:

Der Updatevogang kann je nach installierten Komponenten einige Zeit in Anspruch nehmen und einige Eingabefelder (Grbu2 Parameter, Dienste restarten, etc) öffnen sich, welche eigentlich immer standardmäßig bestätigt werden können.

Nach dem Upgrade:

Debian Version anzeigen lassen (Ergebnis sollte 7.0 sein):

cat /etc/debian_version
7.0

Server rebooten:

reboot

Nachdem der Server neu gestartet ist, sollte unbedingt das Syslog auf Fehler überprüft werden:

cat /var/log/syslog

Zudem wird empfohlen die geöffneten Ports zu checken:

netstat -tulpn